Frauen und Nacktheit in Game of Thrones

Bis sich ‘die community’ mal auf einen Namen einigt (Thronies, ernsthaft?), kann ich mich hier also nur als GoT/ASOIAF-Schauerin/Leserin bezeichnen. Als solche fand ich von Anfang gerade die dreidimensionalen, handelnden weiblichen Charaktere der Bücher/Serie großartig. Dass es gerade in der Serie viel Haut zu sehen gibt, ist ja fast schon sprichwörtlich und auch nicht per se zu verurteilen, auch wenn die Tendenz klar zum Zeigen weiblicher Nacktheit geht (auch keine Neuigkeit). Die Serie hat schon recht früh vor allem wegen letzterem nicht unwesentlich Kritik abbekommen; Danielle Anderson schrieb beispielsweise im April letzten Jahres im Guardian darüber, warum sie sich entschieden hat die Serie nicht weiter zu schauen:

The misogyny of Game of Thrones has always seemed so gratuitous as to pull me out of the story. For every woman with authority, there are five more being disparaged, and most women come to their power through physical and emotional humiliation (Daenerys) or a cool detachment from reality (Cersei).

Emilia Clarke, die Schauspielerin von Daenerys Targaryen, hat mittlerweile sogar vertraglich festlegen lassen, dass in sie keine Nacktszenen mehr mitspielen wird. (Randnotiz: Natürlich lassen sich schon nach einer kurzen Suche die widerlichen, leider nicht unerwarteten Reaktionen darauf finden)

Caroline Siede schrieb jetzt einen, wie ich finde, sehr klugen Artikel, in dem sie sich mit dem Doppelgleisigfahren der Serie im Hinblick auf ihre weiblichen Darstellerinnen auseinandersetzt. Siede freut, wie ich auch, zunächst über die Tiefe, den Handlungspielraum und auch die als häufig als natürlich dargestellte Sexualität der weiblichen Charaktere:

Game Of Thrones knows a thing or two about patriarchy. Not only is the battle over which ruler will sit on the Iron Throne a literal manifestation of it, the show also smartly observes that female contenders have to fight twice as hard to even enter the race. By exploring the ways women push back against the limitations of a male-dominated society, Game Of Thrones has created some of the most compelling female protagonists on TV.

Die Objektifizierung gerade der Frauen, die eben keine Frauenfiguren im dramatischen Sinne sind, die als eye candy nackt durch die Gegend laufen und in Badezubern sitzen, stößt ihr allerdings bitter auf:

What I am criticizing is the way the show presents the naked bodies of nameless female extras as props in much the same way a set dresser might add a detailed tapestry or ornate candelabra to a scene in King’s Landing. These women aren’t really treated as characters, they’re reduced to a pair of boobs and a perfectly manicured crotch—a historically inaccurate detail that for some reason doesn’t seem to bother the show’s fan base.

Gepaart mit der Tatsache, dass Männer wesentlich seltener bis nie in einem full frontal gezeigt werden, kommt sie nicht zu Unrecht zu dem Schluss, dass der Konsum der Serie für Feminist*innen trotz allem eine mords Schere im Kopf vorraussetzt. Ich werde also die aktuelle Folge heute Abend mit noch offeneren Augen als sonst schauen.

Tl;dr: Caroline Siedes Artikel zu weiblicher Nacktheit in Game of Thrones lesen!

PS: Ein Post zu Haaren an Frauen*körpern folgt.

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