Zur Sprache

Ich fühle mich, trotz langer politischer Sozialisierung und fast zehn Jahren im universitären Umfeld, doch immer mal wieder in Diskussionen, beim Lesen von Artikeln und Beiträgen, beim Hören von Podcasts oder Schauen von Vorträgen verloren und in einem Wust von Fachbegriffen und Sprachregelungen heillos überfordert. Die meisten davon haben ihre Berechtigung und ihre Geschichte und gerade als Linguistin ist mir die Wirkmächtigkeit benutzter Sprache selbstverständlich bewusst. In diesem Blog werde ich mich daher eifrig bemühen, diskursinterne oder vielleicht unbekanntere Begriffe zu erklären, um keine*n abzuhängen, werde sie aber trotzdem benutzen.

Vorab, und als Referenz, die Erklärung des Sternchens, gleich zweimal sogar:

1) das gender-Sternchen, wie z.B. bei „keine*n”, dient der sprachlichen Darstellung aller sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten (also auch solcher, jenseits von Mann und Frau befinden) und ist eine Form der geschlechtergerechte(re)n Sprache.

2) das gender-Sternchen, wie z.B. bei „alle Männer* und Frauen*“, dient dazu deutlich zu machen, dass der Begriff nicht nur Menschen einschließt, die „biologisch“ männlich oder weiblich sind, sondern alle, die sich dem jeweiligen Geschlecht zugehörig fühlen.

Das ist nicht unproblematisch, vor allem da die Gefahr besteht, eben doch wieder nur die binäre Mann/Frau-Kiste aus dem Keller zu holen. Ich werde es trotzdem zunächst mal so machen. Kritisch setzt sich mit dem Thema übrigens die Anarchistelfliege sehr gut auseinander